IRMAT Team @ Work

Johannes Kreidler: IRMAT Studies

IRMAT Studies ist eine Reihe konzeptueller Stücke, die sich mit gestischer Klangsteuerung und mit dem Berühren von Videos befassen. Beispielsweise werden in Anlehnung an Andy Warhols Scren Tests Portraitfilme zur instrumentalen Oberfläche, Bewegungen auf Fußgängerzonen gestisch nachverfolgt und Mikroskopaufnahmen von akustischen Instumenten klanglich „abgegriffen“.
Die IRMAT Studies sind eine Fortsetzung der Kinect Studies (http://youtu.be/UAlcTnvbBS0http://youtu.be/Tm8FUIJymeg und http://youtu.be/-yzOFYSe888).

 

 

 

Uraufführungen der Stücke:
Samstag 5. Oktober 2013 | 20:30 Uhr
Haus für elektronische Künste
Festival Urban Sounds

Wanja Aloe: Musik nebenbei

Wanja Aloe verwendet bereits bestehendes Klangmaterial, Musik, Aufnahmen, etc., die er über das IRMAT-Interface zu Collagen verarbeitet. Dabei versteht er das Klangmaterial als Teil der ihn umgebenden Wirklichkeit. In einzelnen Momentaufnahmen stehen sich teils sehr heterogene Klangmaterialien gegenüber und bilden vorübergehend neue Sinnzusammenhänge, die in einem nächsten Moment durch Hypertrophierung bereits wieder zerfallen. Musik nebenbei ist eine dissoziative Musik mit installativen Zügen.

Isabel Klaus: Ex

Als Basis des Stücks dient eine vorproduzierte Aufnahme einer Melodie einer Violine in einer hochexpressiven Interpretation. Die Momente besonders dichter Expressivität werden vom Performer auf dem IRMAT-Tisch extrahiert und frei verfügbar, d.h., sie werden zunächst kennengelernt, geordnet, dann verändert, wiederholt, verzögert, verlangsamt, intensiviert, potenziert, so, dass man die Momente distanziert betrachten und analysieren kann. Die Expressivität wird zu einem frei verfügbaren Baustein. Dabei entsteht ein Widerspruch zwischen der natürlichen Lebendigkeit der Streichermelodie und dem analytischen „Betrachten“ der Elemente, die diese Lebendigkeit hervorrufen. Als Konsequenz geht beim „Betrachten“ die Expressivität womöglich verloren.
Der Interpret ist auch in einer Doppelfunktion bzw. eigentlich „Tripelfunktion“: er erlebt und fühlt die Aufnahme, sieht sie gleichzeitig aus der Distanz, da er ihre expressiven Momente manipuliert, kommt aber dabei durch das Spielen am Tisch ins Musizieren, er kann also wiederum zu einer übergeordneten Expressivität kommen.